
Am 4. Februar 2026 trafen sich die Partner des Projekts LATI im Hotel am Triller in Saarbrücken zum ersten Projektbegleitausschuss (PBA).
Die jährliche Projektvorstellung markierte einen wichtigen Meilenstein nach zehn Monaten Projektlaufzeit. Sie bot die Gelegenheit, die bisherigen Ergebnisse dem Interreg Grande Région – Großregion-Programm vorzustellen, offene Fragen zu diskutieren und die Perspektiven für das kommende Jahr gemeinsam zu schärfen.
LATI wird von der Universität der Großregion als federführendem Partner im Rahmen des Programms Interreg Grande Région – Großregion umgesetzt. Ziel des Projekts ist es, die Governance der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Großregion zu stärken und innovative Instrumente, Methoden und Austauschformate für die Raumplanung und Raumentwicklung bereitzustellen.
Ein Projekt auf Kurs
Die Bilanz der ersten Projektmonate fällt durchweg positiv aus. Die Vertreter des Interreg-Programms hoben hervor, dass die erste Projektphase sowohl zeitlich als auch finanziell planmäßig umgesetzt wird. Die Präsentationen und Diskussionen im Rahmen des Projektbegleitausschusses machten deutlich, dass alle Arbeitspakete erfolgreich gestartet sind und die vorgesehenen Aktivitäten entsprechend der Projektplanung voranschreiten.
Auch aus finanzieller Sicht entwickelt sich das Projekt erwartungsgemäß. Obwohl einzelne Aktivitäten aufgrund organisatorischer oder administrativer Rahmenbedingungen angepasst werden mussten, bleibt die Gesamtentwicklung vollständig im vorgesehenen Zeit- und Budgetrahmen.

Konkrete Fortschritte in allen Arbeitspaketen
Im Arbeitspaket 1 „Gestaltungswerkzeuge der Raumentwicklung“ konnten bereits wesentliche Grundlagen geschaffen werden. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Planungskompendiums für die Großregion, das die unterschiedlichen Planungssysteme der Teilregionen vergleichend darstellt. Darüber hinaus arbeiten die Projektpartner an einem mehrsprachigen Glossar, das die Verständigung über nationale und regionale Fachbegriffe erleichtern soll. Parallel dazu werden ein Wissensportal sowie ein Konzept für einen KI-gestützten Chatbot entwickelt, der künftig Bürger und Planungspraktiker bei Fragen rund um die erarbeiteten Inhalte unterstützen soll.
Das Arbeitspaket 2 „Reallabore“ konnte mit der Durchführung des ersten Living Labs zum Thema Netto-Null-Flächenneuinanspruchnahme (NNLT) bereits einen wichtigen Meilenstein erreichen. Bürger und Planungspraktiker kamen dabei zusammen, um sich über nachhaltige Flächennutzung auszutauschen und gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren. Die Erfahrungen aus diesem ersten Reallabor fließen bereits in die Vorbereitung weiterer Beteiligungsformate ein. Ergänzend dazu wurde das UniGR-CBS Forum Großregion zum Klimawandel vorgestellt, das in Arlon rund 70 Teilnehmende aus Wissenschaft, Politik und Planungspraxis zusammenbrachte.
Auch das Arbeitspaket 3 „Kompetenzentwicklung und Weiterbildung in der Raumplanung“ verzeichnet deutliche Fortschritte. Laufende Umfragen analysieren den Wissens- und Weiterbildungsbedarf von Studierenden sowie Planungspraktiker. Gleichzeitig werden neue Bildungsformate entwickelt, darunter Bodenspaziergänge als partizipative Forschungsmethode, ein Planspiel zu Planungskulturen sowie zwei MOOCs zu den Themen Energiewende und NNLT.
Plurilinguale Kommunikation als Schlüssel zum Projekterfolg
Ein besonderer Schwerpunkt des Tages lag auf dem Arbeitspaket 4, das sich der plurilingualen Kommunikation widmet. Als Querschnittsaufgabe unterstützt es alle Projektpartner bei der mehrsprachigen Zusammenarbeit und trägt dazu bei, gemeinsame Kommunikationsstrategien zu entwickeln.
Grundlage hierfür bildet eine umfassende Bestandsaufnahme der sprachlichen Kompetenzen innerhalb des Projektteams. Dabei wurden Kenntnisse in elf Sprachen sowie sechs unterschiedliche Muttersprachen identifiziert. Diese sprachliche Vielfalt stellt eine große Stärke des Projekts dar, macht aber zugleich deutlich, wie wichtig eine bewusste und koordinierte Kommunikation im grenzüberschreitenden Kontext ist.
Im Anschluss an die Sitzung des Projektbegleitausschusses fand ein Workshop zur Plurilingualität statt. Ziel war es, die Partner für sprachliche und interkulturelle Fragestellungen zu sensibilisieren und die Bedeutung mehrsprachiger Kommunikation für die Zusammenarbeit innerhalb des Projekts sowie für den Austausch mit Bürger und weiteren Zielgruppen hervorzuheben.

Aufbau eines großregionalen Expert
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Aufbau eines Expert:innenkomittees im Rahmen des Arbeitspakets 5. Dieses Gremium begleitet das Projekt fachlich und unterstützt den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis.
Das Komitee setzt sich aus 23 Expert:innen aus allen Teilregionen der Großregion zusammen und vereint lokale, regionale, nationale sowie grenzüberschreitende Perspektiven. Ziel ist es, Empfehlungen zu zentralen Themen wie NNLT, Transit-Oriented Development (TOD), Klimaanpassung und nachhaltiger Raumentwicklung zu erarbeiten und die Projektergebnisse langfristig in die Planungspraxis zu überführen.
Die Zukunft von LATI bereits heute mitdenken
Neben dem operativen Projektfortschritt standen auch strategische Fragestellungen auf der Tagesordnung. Im anschließenden Lenkungsausschuss diskutierten die Partner insbesondere die Frage der Verstetigung von LATI über die Projektlaufzeit in März 2028 hinaus.
Dieses Thema gewinnt bereits in der frühen Projektphase an Bedeutung. Die entwickelten Instrumente, die aufgebauten Netzwerke sowie die entstehenden Wissensressourcen sollen langfristig für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion nutzbar bleiben. Entsprechend wurden erste Überlegungen angestellt, wie die Ergebnisse des Projekts nachhaltig gesichert, weiterentwickelt und verbreitet werden können.
Ein vielversprechender Auftakt
Der erste Projektbegleitausschuss hat eindrucksvoll gezeigt, dass LATI auf einer soliden Grundlage aufbaut. Die bisherigen Ergebnisse, die positive Bewertung durch das Interreg Grande Région – Großregion-Programm sowie die klar definierten Perspektiven für die kommenden Monate bestätigen die Dynamik des Projekts.
Mit seinen Aktivitäten in den Bereichen Wissensaufbau, Beteiligung, Weiterbildung, plurilinguale Kommunikation und Vernetzung leistet LATI bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Governance in der Großregion. Die kommenden Projektjahre werden darauf aufbauen und die erarbeiteten Ansätze weiter vertiefen, sichtbar machen und dauerhaft verankern.


