
Im Rahmen der UniGR-Gastprofessur 2025 eröffnet Dr. Sinkkonen eröffnet neue Perspektiven für die geschlechtersensible Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen.
Im Rahmen der UniGR-Gastprofessur war Dr. Lasse Sinkkonen von der Universität Luxemburg im Dezember 2025 und Januar 2026 zu Gast am Lehrstuhl für Genetik und Epigenetik der Universität des Saarlandes. Ziel des zweimonatigen Forschungsaufenthalts war es, gemeinsam mit Prof. Julia Schulze-Hentrich und ihrem Team die molekularen Grundlagen geschlechtsspezifischer Unterschiede bei neurodegenerativen Erkrankungen – insbesondere bei Parkinson – zu untersuchen.
Im Mittelpunkt stand die Entwicklung eines gemeinsamen Drittmittelantrags im Rahmen des neuen Schwerpunktprogramms der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Titel „SEXandGLIA“. Ziel des Projekts ist es zu entschlüsseln, wie Geschlecht und Hirnregion die Identität und Funktion bestimmter Gliazellen – insbesondere Astrozyten und Oligodendrozyten – prägen.
Untersucht wird dabei unter anderem, wie sich regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede darauf auswirken, wie diese Zellen auf oxidativen Stress reagieren. Oxidativer Stress gilt als ein zentraler Mechanismus vieler neurodegenerativer Erkrankungen, die sich sowohl zwischen Männern und Frauen als auch zwischen verschiedenen Hirnregionen unterschiedlich manifestieren.
Weitere Projektinitiativen und nachhaltige Kooperation
Neben dem eingereichten Hauptantrag wurde ein zweites gemeinsames Projekt initiiert, das im Frühjahr 2026 eingereicht werden soll. Dieses widmet sich der möglichen Rolle metabolischer Enzyme im Parkinson-Risiko, insbesondere hormonverarbeitenden Enzymen und deren Einfluss auf die neuronale Homöostase. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Saarbrücken und Luxemburg langfristig über den Gastaufenthalt hinaus zu sichern.
Der persönliche Austausch vor Ort erwies sich dabei als besonders wertvoll.
„Working on new project proposals was found to be particularly efficient when working at same location allowing quick exchanges between the host and myself“, resümiert Dr. Sinkkonen.
Wissenstransfer und gemeinsame Infrastruktur
Ein besonderer Mehrwert des Aufenthalts lag im intensiven methodischen Austausch – und vor allem in der Möglichkeit, als Teil von UniGR die hochspezialisierte Infrastruktur der Partneruniversitäten nutzen zu können. Der Zugang zu komplementären Technologien und Plattformen innerhalb des Netzwerks eröffnet neue experimentelle Perspektiven, die am eigenen Standort allein nicht realisierbar wären.
Im Labor von Prof. Schulze-Hentrich wurde ein neues Experiment zur Analyse von DNA-Methylierungsveränderungen in einem Modell der früh einsetzenden Parkinson-Erkrankung gestartet und damit eine weitere gemeinsame Forschungslinie etabliert. Zudem fand ein intensiver Austausch mit der Epigenomics-Plattform in Saarbrücken statt: Dr. Sinkkonen und sein Team nahmen an einer Schulung zu einer neu verfügbaren räumlichen Multiomics-Technologie teil. Erste gemeinsame Experimente mit dieser Methode sind für 2026 geplant.
Vernetzung und wissenschaftlicher Dialog
Während seines Aufenthalts präsentierte Dr. Sinkkonen seine Forschung in mehreren Seminaren und beteiligte sich aktiv am wissenschaftlichen Austausch mit weiteren Arbeitsgruppen am Campus. Zudem unterstützte er laufende Promotions- und Postdoc-Projekte durch individuelle Beratungsgespräche und nahm am monatlichen Professorium der Lebenswissenschaften teil.
Den Abschluss bildete ein UniGR-Workshop zum Thema „Epigenetic Underpinning of Sex
Differences in Neurological diseases“. Eingeladen waren unter anderem Frank Kirchhoff und Enrico Glaab, die komplementäre Perspektiven einbrachten. Zwei Nachwuchswissenschaftler:innen erhielten zudem die Gelegenheit, ihre Projekte vorzustellen. Mit über 45 registrierten Teilnehmenden war die Veranstaltung ausgebucht.
“Taken together, the UniGR Guest Professorship enabled the establishment of sustained scientific collaboration between Saarland University and the University of Luxembourg and generated concrete preparatory steps toward joint research activities and external funding.” – Dr. Lasse Sinkkonen


