
Dr. Philipp Herzog verbrachte im Herbst 2025 einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt an der Université de Liège. Gastgeber war die Psychology and Neuroscience of Cognition Research Unit (PsyNCog) unter der wissenschaftlichen Betreuung von Prof. Dr. Sylvie Blairy.
Im Rahmen der UniGR-Gastprofessur verbrachte Dr. Philipp Herzog (RPTU University Kaiserslautern–Landau) im Herbst 2025 einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt an der Université de Liège. Gastgeber war die Psychology and Neuroscience of Cognition Research Unit (PsyNCog) unter der wissenschaftlichen Betreuung von Prof. Dr. Sylvie Blairy. Ziel des Aufenthalts war es, eine nachhaltige, grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der klinisch-psychologischen Forschung aufzubauen und ein gemeinsames internationales Forschungsprojekt zu konzipieren.
Im Zentrum des Aufenthalts stand die Entwicklung der Studie „Unraveling the link between moral injury, posttraumatic stress disorder and depression“, die mithilfe hochfrequenter ambulanten Erhebungen (Experience Sampling Methods, ESM) Zusammenhänge zwischen moralischer Verletzung, PTSD und Depression untersucht. Gemeinsam mit Prof. Blairy und ihrem Team an der Université de Liège arbeitete Herzog intensiv an Studiendesign, methodischen Fragen und praktischen Aspekten der Umsetzung. Ein wichtiger Meilenstein war die französische Übersetzung und geplante Validierung zweier international etablierter Fragebögen zu Moral Injury, die künftig auch in frankophonen klinischen Kontexten eingesetzt werden können.
„Damit haben wir nicht nur ein Instrument zur Erfassung moralischer Verletzungen in der klinischen Praxis geschaffen, sondern auch eine zentrale methodische Grundlage, um moralische Verletzungen und ihre psychischen Folgen im französischsprachigen Raum zu erforschen.“, so Herzog.
Ein Höhepunkt des Aufenthalts war der Workshop „How to Design Experience Sampling Methods (ESM) Studies in Psychological Science“, der am 18. November 2025 an der Universität Liège stattfand. In einem interdisziplinären und praxisnahen Format arbeiteten 14 Teilnehmende aus Psychologie, Management und angrenzenden Disziplinen gemeinsam an eigenen ESM-Studienkonzepten.
„Die Vielfalt der Disziplinen und Karrierestufen der Teilnehmenden erwies sich als besonders bereichernd. (…) Diese heterogenen Perspektiven erzeugten viele neue Impulse – zum Beispiel dazu, wie ESM sinnvoll in die betriebliche Gesundheitsförderung, die kognitionsneurowissenschaftliche Forschung oder die Organisationspsychologie integriert werden kann.“, resümiert Herzog.
Über das klassische Format der UniGR-Gastprofessur hinaus nutzte Herzog seinen Aufenthalt, um das Netzwerk innerhalb der Großregion noch mehr zu erweitern. So hat er zusätzlich zu seinem Aufenthalt an der Universität Lüttich, noch eine Woche im Labor von Prof. Dr. Philip Santangelo an der Universität Luxemburg verbracht, der das Projekt methodisch entscheidend voranbrachte.
„Dieser Besuch hat unser Forschungsprojekt erheblich verbessert, indem [Prof. Dr. Philip Santangelo] wesentliche methodische Details aufgedeckt hat. Mit [ihm] konnte ich das geplante ESM-Protokoll für unser gemeinsames Projekt im Detail besprechen. (…) Auf Grundlage seiner umfangreichen Erfahrung mit ESM haben wir das Design des ESM-Protokolls erheblich verfeinert.“

Zum Abschluss der Gastprofessur präsentierte Herzog seine Forschung auf internationaler Ebene und reichte gemeinsam mit Kolleg:innen aus Liège und Luxemburg ein Manuskript zu passivem Sensing in der klinischen Forschung bei einer internationalen Fachzeitschrift ein. Insgesamt legte der Aufenthalt eine tragfähige Grundlage für langfristige wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Universitäten der Großregion und führte zu einem besonders dichten und diversen Forschungsnetzwerk, das über den eigentlichen Gastaufenthalt hinaus trägt.
„Die UniGR-Gastprofessur hat somit nicht nur meinen eigenen Forschungsschwerpunkt (…) erheblich vorangebracht, sondern auch die Entwicklung eines stabilen Forschungsnetzwerks zwischen der RPTU Universität Kaiserslautern–Landau, der Universität Lüttich und weiteren Partnern in der Großregion, wie der Universität Luxemburg, unterstützt.“, so Herzog.


