Herbstakademie in der Großregion

Mobile Studierende widmen sich den europäischen Werten

Vom 2. bis zum 5. November 2011 trafen sich rund 70 Studierende und Doktoranden der Universitäten des Saarlandes, Kaiserslautern, Lüttich, Luxemburg, Metz, Nancy und Trier in Metz. Anlässlich der Herbstakademie in der Großregion haben sie sich vier Tagen lang mit dem Thema „Mobilität und europäische Werte“ auseinandergesetzt, debattiert und Ideen ausgetauscht. Das Programm bestand aus Vorträgen, Workshops, Diskussionsrunden und Konferenzen von europäischen Abgeordneten, Professoren und Dozenten sämtlicher Partneruniversitäten.


Das Thema, welches fachübergreifend behandelt wurde, traf auf großes Interesse bei Studierenden unterschiedlichster Fachbereiche: Recht, Politikwissenschaft, Informations- und Kommunikationswissenschaft, Chemie und auch Bauwesen waren vertreten. Bisher habe ich nur an wissenschaftlichen Kolloquien teilgenommen, hier hatte ich nun die Möglichkeit, mit ganz unterschiedlichen Leuten in Kontakt zu treten, erklärt Matthias, Student der Pharmazie in Nancy.


Vormittags kamen die Teilnehmer zu Vorträgen zusammen und nachmittags nahmen sie in kleinen Gruppen an Workshops teil. Fragen der Mobilität und Werte in Europa wurden im Rahmen von Vorträgen wie „Kulturelle Diversität: Eine Chance für Firmen und gemeinnützige Organisationen" und "Die Werte und ihre Auslegung“ aufgegriffen. Im Rahmen der Workshops konnten die Teilnehmer unter anderem über die Zukunft des Schengener Abkommens und über ökologische Werte debattieren. Auf diese Weise konnten Theorie und Praxis miteinander verbunden werden, so Emeline, Studierende an der Universität Luxemburg.


Des Weiteren hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit Akteuren austauschen, die Europa maßgeblich gestalten. Bei einer Konferenz sprach Régis Brillat, Abteilungsleiter beim Europarat, über die Europäische Sozialcharta und über die Bedeutung europäischer Werte im alltäglichen Leben. Darüber hinaus fand ein Treffen über das Projekt „Universität der Großregion“ mit zwei europäischen Abgeordneten, Doris Pack und Nathalie Griesbeck, statt.

Das Thema europäische Werte wurde auch über die Kultur angeschnitten. Die Teilnehmer der Herbstakademie besuchten das Schloß von Lunéville, wo sie bei einem Workshop ungarischen Tanz erlernen konnten - eine vergnügliche Abwechslung für alle Beteiligten. Anlässlich des deutsch-französischen Festivals "je t’aime… ich auch nicht" in der Konzerthalle „l’Arsenal“ war Kultur in Europa ebenfalls Thema eines Runden Tisches: "Frankreich-Deutschland: Welche Politik für die Kultur". Abgerundet wurde der Tag mit einem Konzert des Orchestre national de Lorraine.


Der letzte Tag war den Ergebnissen der Workshops gewidmet, welche durch die Teilnehmer vorgestellt wurden. Die Herbstakademie wurde mit einem symbolischen Besuch des Robert Schuman Hauses beendet – einem Ort der Reflexion über die Werte Europas von gestern, heute und morgen.


Die Teilnehmer nahmen mit regem Interesse an dieser ersten Herbstakademie teil und gaben dem Wunsch Ausdruck, die Veranstaltung möge wiederholt werden. Denn in einem krisengeschüttelten Europa sei es umso wichtiger, dass die Frage nach dem gemeinsamen Fundament aller Europäer gestellt wird.

Als europäischer Bürger finde ich es sehr wichtig, an solchen Begegnungen mit anderen jungen Leuten teilzunehmen. Wir gehen einen Schritt weiter in diesem Europa, über das soviel gesprochen wird, so Maxence, Studierender der Politikwissenschaft an der Universität Lüttich. Dies zeugt davon, dass Mobilität, so Jean-Denis Mouton, Professor für Jura an der Universität Nancy 2, nicht nur physisch, sondern ebenfalls geistig sein sollte.