Als öffentliche Einrichtungen gehören Hochschullehre und Forschung zu den Aufgaben der Universitäten. Sie sind interdisziplinär ausgerichtet und vermitteln Wissen in ganz unterschiedlichen Studiengängen, die sowohl allgemein als auch berufsbildend orientiert sein können und nach 2 bis 8 Studienjahren im Anschluss an das Abitur (baccalauréat) zu folgenden Abschlüssen führen: DUT (Diplôme universitaire de technologie, erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss), Licence (Bachelor), Licence Professionnelle (berufsqualifizierender Bachelor-Abschluss), Master, Doctorat (Doktor).
Diese Abschlüsse werden erworben an:
Neben diesen Abschlüssen bietet die Universität außerdem Folgendes:
Letztlich fördern die Universitäten auch das „lebenslange Lernen“ und ermöglichen Erwerbstätigen, Angestellten oder Arbeitssuchenden die Fortführung ihres Studiums in Form von „Weiter- bzw. Fortbildungen“.
Abschlüsse und Aufbau der Universitätsstudiengänge:
Das LMD-System:
Mit Ausnahme der Abschlüsse im Gesundheitsbereich sind die Abschlüsse der französischen Universitäten im gemeinsamen, europäischen Rahmen der Hochschulbildung zu sehen, dem LMD-System (licence-master-doctorat):
DUT und Licence Professionnelle sind ebenfalls in das LMD-System integriert. Das DUT wird mit 120 ECTS bewertet, die Licence Professionnelle mit 60 ECTS.
Das Hochschulstudium ist in Semester und Unterrichtseinheiten (UE, unités d’enseignement) unterteilt. In jedem Semester erwirbt man 30 ECTS.
Zwischen den verschiedenen Abschlüssen gibt es vielfältige Querverbindungen.
Das LMD-System soll die Mobilität der Studenten in Frankreich und den Ländern des europäischen Hochschulraums fördern und erleichtern sowie die jeweiligen Studienabschlüsse vergleichbar machen.
Die Abschlüsse im LMD-System:
Das DUT (Diplôme universitaire de technologie) – 2 Jahre / 120 ECTSDieser Abschluss wird von den IUT (Instituts universitaires de technologie) angeboten und ermöglicht den Erwerb von Kompetenzen im Hinblick auf eine schnelle Eingliederung in das Berufsleben. Eine Fortsetzung des Studiums ist allerdings durchaus möglich, insbesondere in Richtung einer Licence Professionnelle.
Der „berufsorientierte“ Master mündet in einem Abschluss, der den Weg in die Berufswelt ebnet.
Der „forschungsorientierte“ Master, Voraussetzung für die Graduiertenkollegs (écoles doctorales) und Forschungslabors, bereitet hingegen auf die Promotion vor.
Das Doctorat – Dauer: 3 Jahre
Es beginnt nach einem Master und stellt eine Ausbildung durch und für die Forschung sowie eine Berufsbildung zur Innovation dar.
Die Ingenieurhochschulen (écoles d’ingénieurs):
Als spezialisierte oder allgemein ausgerichtete Einrichtungen können sie sich in privater oder öffentlicher Hand befinden. Sie unterstehen dem französischen Bildungsministerium (Ministère de l’éducation nationale) oder anderen Ministerien (Industrie, Verteidigung, Gesundheit usw.). Die entsprechende Zulassung erfolgt sehr selektiv. Man erhält sie zumeist nach Absolvierung eines Auswahlverfahrens (concours) im Anschluss an eine zweijährige Vorbereitung (classes préparatoires) nach dem Abitur (im Lycée oder in der Hochschule selbst). Sie sind je nach Zulassungsverfahren (concours, Aufnahmeprüfung, Bewerbung und Bewerbungsgespräch) auch für Studenten mit einem abgeschlossen Hochschulstudium (bac + 2, + 3, + 4) zugänglich. In einigen Ingenieurhochschulen sind die Auswahlverfahren (concours) direkt nach dem Abitur zu absolvieren. Der Abschluss (einschließlich classes préparatoires) erfolgt im Allgemeinen nach 5 Studienjahren (bac + 5).
Das Universitätsstudium im Gesundheitsbereich:
Das betrifft die Fächer Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Es handelt sich um Langzeitstudiengänge (bac + 6 bis 8 für Kieferchirurgen, bac + 6 bis 9 für Pharmazeuten, bac + 9 bis 11 für Mediziner), die mit einem diplôme d’Etat (DE, Staatsdiplom) abgeschlossen werden, das für die Berufsausübung zwingend erforderlich ist.
In diesen drei Studiengängen sowie im Studiengang Hebamme (der anschließend in der Hebammenhochschule (école de sages-femmes) fortgeführt führt) und zum Teil auch in anderen Studiengängen, wie Kinesiotherapie und Ergotherapie (so in Nancy), beginnt das Studium mit dem gemeinsamen PAES (Première année des études de santé, erstes Studienjahr im Gesundheitsbereich). Es ist in zwei Semester und in Unterrichtseinheiten UE (unités d’enseignement) unterteilt, die mit einer bestimmten Anzahl von ECTS bewertet werden.
Nach dem ersten Semester in diesem gemeinsamen Studienprogramm finden Prüfungen statt: Die Studenten können sich dann umorientieren und eine andere Ausbildung an der Universität aufnehmen. Im zweiten Semester sind bestimmte Lehrfächer für alle Auswahlverfahren (concours) gleich, andere sind ganz spezifisch ausgerichtet. Zum Ende des Semesters nehmen die Studenten an einem oder mehreren der jeweiligen concours teil. Dabei ist jeder concours einem bestimmten Studiengang zugeordnet. Die Anzahl der Studenten, die zu den jeweiligen Studiengängen zugelassen werden, ist fest vorgeschrieben und hängt vom Numerus Clausus ab.
Das erste Jahr darf nur einmal wiederholt werden.
Weitere Abschlüsse:
Die capacité en droit und das DAEU (diplôme d’accès aux études universitaires) ermöglichen den Zugang zum Hochschulstudium auch ohne Abitur:
Die Universitätsdiplome DU (diplômes d’université): Neben den nationalen Abschlusszeugnissen, die vom Ministerium ausgestellt werden, wie etwa Licence, Licence Professionnelle und Master, können die Universitäten „lokale“ Diplome bereitstellen. Dabei handelt es sich um die Universitätsdiplome DU (diplômes d’université).
Die Bewertungsskala
Der Bewertungsmaßstab sieht wie folgt aus:
10 ≤ Note <12 | Ausreichend |
12 ≤ Note <14 | Befriedigend |
14 ≤ Note <16 | Gut |
16 ≤ Note | Sehr gut |
Zugang zum Universitätsstudium
Voraussetzung für den Zugang zum ersten Studienjahr an der Universität ist das Abitur oder ein äquivalenter Abschluss, z.B. das DAEU oder die capacité.
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