In der französischen Gemeinschaft Belgiens bildet allein die Promotion die dritte Phase der universitären Ausbildung.
Sie beinhaltet die Doktorandenausbildung und die Arbeiten für die Anfertigung einer Dissertation. Der akademische Grad Doktor wird nach der Verteidigung einer Dissertation verliehen, durch die der künftige Titelinhaber seine Kreativität, seine Befähigung zur wissenschaftlichen Forschungsarbeit und zur Verbreitung seiner Ergebnisse unter Beweis stellt. Die Prüfung besteht aus
1. dem eigenständigen Verfassen einer Arbeit in Form einer persönlichen Dissertation oder eines Essays des Bewerbers, das den Nutzen eines kohärenten Ganzen aus Publikationen und Ergebnissen erkennen lässt, deren Autor oder Koautor der Bewerber ist,
2. der öffentlichen Vorstellung dieser Arbeit, die ihre Vorzüge, ihre Originalität sowie die Befähigung des Bewerbers zur allgemeinen wissenschaftlichen Verbreitung herausstellt.
Die Promotionsurkunde schließt somit die akademische Ausbildung sowie die Erfahrung in der Forschung und den Erwerb von Schlüsselqualifikationen ab. Der Urkunde wird eine ausführliche Bescheinigung über die Doktorandenausbildung beigefügt. Die Promotion dauert mindestens 3 Jahre.
Der Doktorand steht im Zentrum des Verfahrens. Um in seinem Studienbereich die höchste wissenschaftliche Qualifikation zu erlangen und seine Möglichkeiten zur künftigen beruflichen Integration zu erweitern, trägt der Doktorand zur Planung seiner Ausbildung bei. Er konzentriert seine Arbeitszeit flexibel auf drei große Schwerpunkte: thematische studienfachspezifische Ausbildung, fächerübergreifende Ausbildung und Schaffung wissenschaftlicher Ergebnisse.
Das Promotionsangebot wird zwischen den Universitäten auf Ebene der französischen Gemeinschaft über den FRS-FNRS organisiert (s. oben). Die Beteiligung an internationalen Hochschulen oder einer entsprechenden Initiative wird selbstverständlich gefördert. Der Forschungsnachwuchs hat so die Gelegenheit, sich zu spezialisieren und sich mit Doktoranden, Forschern und Professoren anderer Universitäten zu treffen und auszutauschen.
Bei der Forschungsarbeit werden Doktoranden innerhalb der besten Forschungsteams von erfahrenen Professoren bzw. Forschern betreut, die sie lenken und beraten. Die Universität fördert ihre internationale Offenheit durch spezielle Aktionen und Budgets, die auf ihre Teilnahme an Tagungen, Wissenschaftsmissionen und Auslandsaufenthalten ausgerichtet sind.
Der Zulassungsantrag und die Einschreibung zu einer Promotion erfolgen an den Doktorandenkollegs der Universitäten entsprechend der an der aufnehmenden Hochschule geltenden Ordnung und dem bisherigen Studienverlauf des Bewerbers.
Für die Zulassung zur Promotion müssen Sie mindestens:
Mehr zu diesem Verfahren erfahren Sie hier.
Bereits seit Jahrzehnten sind die Promotionsstipendien in Belgien sozialversicherungspflichtig. Die Universitäten der französischen Gemeinschaft haben die Europäische Charta für Forscher unterzeichnet und wenden deren Grundsätze an, insbesondere bei Doktoranden.
Für den Erhalt einer Doktorandenstelle stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
21 FNRS-Graduiertenkollegs
Über 60 thematische Graduiertenkollegs des FNRS
Anzah der Doktorandinnen und Doktoranden in der französischen Gemeinschaft im Jahr 2009 : > 5.000 (30-35% aus dem Ausland)
Anzahl der verliehenen Promotionsurkunden in der französischen Gemeinschaft im Jahr 2009 : >650